Die unbemannte Kampfflugzeug Bayraktar KIZILELMA hat über dem Schwarzen Meer ein jetgetriebenes Luftziel mit dem MURAD-AESA-Radar erfasst und mit der luft-luft-Rakete GOKDOGAN abgeschossen – eine weltweite Premiere.
Das türkische Verteidigungsministerium hat einen Meilenstein für die nationale Rüstungsindustrie bekanntgegeben. Die von Baykar entwickelte unbemannte Kampfflugzeug Bayraktar KIZILELMA hat bei einem scharfen Schusstest über dem Schwarzen Meer ein jetgetriebenes Luftziel mit einer Luft-Luft-Rakete zerstört.
Historischer Abschuss über dem Schwarzen Meer
Im Rahmen des Tests wurde ein schnelles, jetgetriebenes Zieldrohn über dem Schwarzen Meer nahe des Schießplatzes Sinop gestartet. Das Ziel wurde vom in der Flugzeugnase integrierten MURAD-AESA-Radar von ASELSAN erfasst und verfolgt. Das aktiv elektronisch schwenkende Radar lieferte Echtzeitdaten zu Position und Geschwindigkeit des Ziels an den Missionscomputer von KIZILELMA.
Nachdem ein stabiler Zielerfassungszustand erreicht war, feuerte KIZILELMA von einem Unterflügelträger die GOKDOGAN-Luft-Luft-Rakete mit großer Reichweite (BVR) ab, die von TÜBİTAK-SAGE entwickelt wurde. Auf Basis der Daten des MURAD-AESA-Radars steuerte GOKDOGAN auf das jetgetriebene Luftziel zu und traf es direkt, sodass es in der Luft zerstört wurde. Damit gelang es erstmals weltweit, dass ein unbemanntes Kampfflugzeug mit einer radargeführten Luft-Luft-Rakete ein Luftziel abschießt.
MURAD AESA und GOKDOGAN: Eine vollständig nationale Wirkungskette
Besonders wichtig ist, dass die gesamte Wirkungskette national entwickelt wurde:
- Zielaufklärung und -verfolgung erfolgen über das MURAD-AESA-Radar von ASELSAN.
- Feuerleitlogik und Engagement werden durch den Missionscomputer von KIZILELMA gesteuert.
- Die Zielvernichtung übernimmt GOKDOGAN, eine BVR-Luft-Luft-Rakete von TÜBİTAK-SAGE.
Damit gehört die Türkei zu den wenigen Ländern, die ein unbemanntes Kampfflugzeug einsetzen können, das Luftziele eigenständig mit einem eigenen Radar- und Raketensystem aufspürt, verfolgt und bekämpft.
Befehlshaber beobachten aus F-16
Der historische Test wurde aus der Luft von hochrangigen Entscheidungsträgern beobachtet. Der Kommandeur der türkischen Luftwaffe, General Ziya Cemal Kadıoğlu, der Kommandeur der Kampfluftwaffe, General Rafet Dalkıran, ASELSAN-Generaldirektor Ahmet Akyol und Baykar-Vorstandsvorsitzender Selçuk Bayraktar verfolgten den Abschuss aus F-16-Kampfflugzeugen, die vom Stützpunkt Merzifon gestartet waren und über dem Testgebiet kreisten.
Die gleichzeitige Präsenz bemannter F-16 und der unbemannten KIZILELMA im selben Luftraum verweist symbolisch auf künftige Konzepte gemischter Formationen aus bemannten und unbemannten Kampfflugzeugen.
Neue Ära der Luftmacht
Bislang werden unbemannte Luftfahrzeuge in den meisten Ländern vor allem für Aufklärung, Überwachung und Luft-Boden-Einsätze genutzt. Der erfolgreiche Luft-Luft-Abschuss durch KIZILELMA markiert jedoch einen Wendepunkt und zeigt, dass unbemannte Kampfflugzeuge auch in klassischen Luftüberlegenheitsrollen eingesetzt werden können.
Fachleute gehen davon aus, dass solche Systeme:
- das Risiko für Piloten in hochbedrohten Lufträumen reduzieren,
- lang andauernde Luftpatrouillen von bemannten Jets übernehmen,
- und die Position der Türkei im wachsenden Markt für unbemannte Kampfflugzeuge stärken werden.
Der GOKDOGAN-Test gilt daher nicht nur als technischer Meilenstein, sondern auch als Hinweis darauf, wie schnell sich Luftkriegsdoktrinen in Richtung bemannt-unbemanntes Teaming und langfristig hin zu vollständig unbemannten Luftüberlegenheitskonzepten entwickeln könnten.



