In Gaziantep: „Mein Kindergarten im Hof“ – Öffentliches Vorschulmodell im Wohnkomplex

Anaokulum bahçemde
Gaziantep Anaokulum bahçemde
Fatma Şahin Anaokulum bahçemde
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Das Projekt „Mein Kindergarten im Hof“, das von der Großstadtverwaltung Gaziantep in Zusammenarbeit mit dem Gouverneursamt und der Provinzdirektion für Nationale Bildung umgesetzt wird, bringt staatliche Vorschulklassen direkt in Wohnanlagen und führt damit ein in der Türkei seltenes Modell ein.

Ziel ist es, Kindern in dicht besiedelten Wohnkomplexen den Zugang zur Vorschulbildung zu ermöglichen, ohne dass sie ihr Wohnumfeld verlassen müssen, und gleichzeitig die Einschulungsquote im Vorschulbereich in der Stadt zu erhöhen. Grundlage des Projekts ist die Umwandlung geeigneter Flächen im Hof der Anlage in Klassenräume, die den Vorschriften des Bildungsministeriums für vorschulische Einrichtungen entsprechen.

Das Modell basiert auf einer dreiteiligen öffentlichen Partnerschaft. Die Bewohner und die Verwaltung der Wohnanlage stellen einen geeigneten Innenraum im Hof oder in einem Gemeinschaftsbereich bereit. Die Großstadtverwaltung Gaziantep übernimmt die Renovierung: Bodenbeläge, Sanitärbereiche, kindgerechte Möbel, Spielzeug und Lernmaterialien werden installiert, sodass ein voll ausgestatteter Vorschulraum entsteht. Das Bildungsministerium entsendet Lehrkräfte und Personal und betreibt diese Räume als offizielle staatliche Vorschuleinheiten.

Bürgermeisterin Fatma Sahin fasst das System so zusammen: „Sie zeigen uns einen geeigneten Platz in Ihrer Anlage, wir machen daraus eine Kita, und das Ministerium schickt die Lehrkraft.“ Sie betont, dass dieses Modell in der Türkei das erste und einzige seiner Art ist. Neben klassischen, freistehenden Schulgebäuden entsteht damit eine neue Ebene: ein „Netzwerk staatlicher Vorschulen im Wohnkomplex“.

Das Projekt startete 2021 mit zwei Wohnanlagen. Im dritten Jahr waren bereits in sechs verschiedenen Komplexen Klassen eingerichtet; mit neu hinzugekommenen Räumen stieg die Zahl auf insgesamt acht Vorschulklassen, die rund 600 Kindern frühkindliche Bildung ermöglichen. Neue Eröffnungen und Besuche von Vertretern des Ministeriums bis 2024 zeigen, dass sich das Modell weiter ausbreitet.

Für Familien ist die größte Veränderung der Wegfall von Schulbuskosten und Fahrtstress. Kinder besuchen eine sichere Lernumgebung direkt innerhalb ihrer Wohnanlage, während vor allem berufstätige Mütter ihre Kinder einer offiziellen staatlichen Einrichtung anvertrauen und ihren Alltag entspannter organisieren können. Dass Kinder mit Gleichaltrigen aus demselben Wohnkomplex aufwachsen, stärkt sowohl die soziale Entwicklung als auch die Gewöhnung an die Schulkultur.

In Gaziantep konzentriert sich „Mein Kindergarten im Hof“ bislang auf Anlagen mit mindestens 100 Wohnungen. Damit bietet das Modell eine Struktur, die sich schnell auf große Wohnkomplexe, Sozialwohnungsprojekte und organisierte Siedlungen in Großstädten übertragen lässt. Damit es landesweit Wirkung entfaltet, braucht es jedoch ähnliche „Vorschule im Viertel“-Ansätze für kleinere Anlagen und ländliche Regionen.

Heute sticht Gaziantep als Pionierstadt hervor, die die Idee einer staatlichen Vorschule im Hof der Wohnanlage in die Realität umgesetzt hat. „Mein Kindergarten im Hof“ ist ein Modell, das die Türkei sowohl im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Ministerium als auch in Bezug auf den Zugang und die Chancengleichheit in der Vorschulbildung aufmerksam verfolgen sollte.

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